Vorlesen, bitte!

Kein Zweifel, Kinder lieben Geschichten und sie lieben es, wenn ihnen diese Geschichten vorgelesen werden. Die Stiftung Lesen hat ihre aktuelle Studie zum Thema vorgestellt und ruft zum Bundesweiten Vorlesetag am 18. November 2016 auf.

Kinder fordern: Lest uns mehr vor!

Bundesweiter Vorlesetag 2015

Mehr als 100.000 Vorleserinnen und Vorleser beteiligen sich im Jahr 2015 am Bundesweiten Vorlesetag.

Für die mittlerweile 10. Vorlesestudie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitschrift DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung wurden die Kinder selbst gefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als 90 Prozent der Kinder in Deutschland sind Vorlese-Fans. Ihnen gefällt es gut, wenn ihnen vorgelesen wird. Hinzukommt: Fast jedes Kind, dem vorgelesen wird, wünscht sich, dass dies öfter geschieht (30 Prozent). Bei Kindern, denen selten oder nie vorgelesen wird, ist es jedes zweite (49 Prozent).

15 Minuten jeden Tag

Kinder schätzen die gemeinsame Zeit und vertraute Atmosphäre mit ihren Eltern. Doch die Studie zeigt auch: Nach wie vor liest knapp ein Drittel der Eltern ihren Kindern zu selten vor. Die Stiftung Lesen empfiehlt, sich mehrmals in der Woche Zeit zu nehmen, zum Beispiel 15 Minuten jeden Tag. Dann entfaltet das Vorlesen seine volle Wirkung für die intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern.

Schlüssel zur Bildung

„In Deutschland müssten Kinder geradezu ein ‚Grundrecht’ auf Vorlesen haben. Denn hier liegt der Schlüssel zur Bildung“, sagt Antje Neubauer von der Deutsche Bahn Stiftung in ihrer Bewertung der Ergebnisse. „Es gibt keinen guten Grund, den Kindern den Wunsch nach einer guten Vorlesegeschichte nicht jeden Tag neu zu erfüllen.“ Aber es müssen nicht immer die Eltern sein.

Der Bundesweite Vorlesetag – 18. November

Dr. Jörg F. Maas, Stiftung Lesen Giovanni di Lorenzo, DIE ZEIT und Dr. Rüdiger Grube, Deutsche Bahn lesen aus dem Buch „Mein Freund Salim“ vor. Fotografiert von Arne Mayntz und Hannah Schuh in der Stadtteilschule Barmbek (Fraenkelstraße) am 18. November 2015

Dr. Jörg F. Maas, Stiftung Lesen,
Giovanni di Lorenzo, DIE ZEIT und Dr. Rüdiger Grube, Deutsche Bahn lesen am 18. November 2015 in der Stadtteilschule Barmbek (Fraenkelstraße) vor.

 „Jeder kann Kindern vorlesen“, so Studienleiterin Simone Ehmig. Tatsächlich seien es zwar meistens die Eltern und vor allem die Mütter, die diese Aufgabe übernehmen, aber „auch das Vorlesen außerhalb der Familie, zum Beispiel durch Ehrenamtliche, ist wertvoll.“ Jedes Jahr setzen zehntausende ehrenamtliche Vorleser, Prominente und Politiker ein Zeichen für die Bedeutung des Lesens und des Vorlesens –in diesem Jahr am 18. November 2016: beim Bundesweiten Vorlesetag.

Fotos: Deutsche Bahn AG (Pablo Castagnola, Arne Mainz / Hannah Schuh, Jet-Foto Kranart).

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